12 – Rückruf

Video-Dauer: 7:47

Das Rückruf-Signal ist eines der wichtigsten Signale, das im Zusammenleben mit einem Hund benötigt wird. Ohne einen funktionierenden Rückruf sollte der Hund nicht „einfach so“ von der Leine gelassen werden.

Vorbereitung:

Ziel:
Der Hund kommt zuverlässig aus ablenkungsarmen Situationen bei dem Kommando „Hier“ sofort zu Herrchen oder Frauchen zurück.
Voraussetzungen:
Gute Beziehung zwischen Hund und Halter, Name des Hundes als Aufmerksamkeitssignal
Hilfsmittel:
Halsband/Geschirr & Leine/Schleppleine, Belohnung

Ausführung:

Langsamer Aufbau
Bevor der Hund von der Leine gelassen wird und die ersten Rückruf-Versuche kläglich scheitern, sollte das Kommando langsam schrittweise aufgebaut werden.
Level 1
  1. Der Hund ist angeleint. Setting ist ein ruhiger Ort mit wenig Ablenkung.
  2. Die Leine ganz am Ende halten, sodass der Hund möglichst weit vom Menschen entfernt ist.
  3. Nun wird der Name des Hundes gerufen, um dessen Aufmerksamkeit auf sich zu lenken (es sei denn, er schaut den Menschen sowieso schon an), anschließend folgt das Kommando „Hier“.
    Zusätzliches in-die-Hocke-Gehen und Arme-Ausbreiten werden den Hund nicht lang zögern lassen, sodass er schnell auf Herrchen oder Frauchen zuläuft.
  4. Bei der Ankunft erhält der Hund eine Belohnung. Anschließend wird er mit einem „Weiter“ wieder weggeschickt.
Schon gewusst?
Hohe Stimmen sind für Hunde attraktiver. Deshalb sollten auch Männer versuchen, das Kommando „Hier“ möglichst hoch zu rufen. Das steigert die Erfolgschancen, dass der Hund auch wirklich kommt. Zusätzliches Langziehen des Wortes „Hiiiiier!“ macht das Kommando auch über größere Distanzen für den Hund hörbar.
Level 2 Um die Distanz zu erhöhen, kann eine Schleppleine zum Einsatz kommen. Vorerst sollte der Hund aber bereits zuverlässig auf kurze Distanzen kommen. Die Schleppleine gibt Sicherheit, dass der Hund nicht gleich ganz wegrennt. Der Übungsablauf ist derselbe wie bei Level 1.

Viel belohnen
Die Belohnung sollte zu Beginn jedes Mal erfolgen. Später kann die Belohnung auf jedes zweite oder auch dritte Mal reduziert werden. Doch Achtung: Zu wenig Lob kann dazu führen, dass das Kommando nicht mehr so zuverlässig wie bisher ausgeführt wird. Hier sollte die Belohnungsrate wieder für einen gewissen Zeitraum erhöht werden, um den Hund wieder zum Kommen zu motivieren.
Level 3 Kommt der Hund auch bei Level 2 zuverlässig, kann man die Leine komplett entfernen. Gerade jetzt sollte der Trainingsort besonders ruhig sein und wenig Ablenkung bieten. Kommt der Hund, wird er weiterhin jedes Mal belohnt.
 
Was tun, wenn der Hund nun nicht mehr kommt?
Viele Hunde merken den Unterschied zwischen Leine/keine Leine und verhalten sich ohne Leine anders. Es kann sein, dass der Hund, trotz einem zuverlässig funktionierenden „Hier“ an der Leine, nun nicht mehr kommt.

Kommt der Hund beim „Hier“ nicht, muss gehandelt werden! Ein Kommando genügt, also folgt nun eine Konsequenz für das Fehlverhalten. Es wird sich mit großen, entschlossenen Schritten zügig dem Hund genähert. Anschließend wird er „angetickt“. Das aufbrausende Auftreten und die kleine körperliche Berührung reichen vollkommen aus, sodass der Hund versteht, dass das Verhalten eben nicht in Ordnung war. Der Mensch geht ein paar Schritte rückwärts und ruft erneut seinen Hund heran. Nun wird er kommen und erhält dafür auch ein Lob und eine Belohnung.

Schritt für Schritt in Bildern:

Übungsplan:

Einheiten pro Tag:
Immer, wenn sich die Gelegenheit bietet (ruhiger und ablenkungsarmer Ort!), mindestens aber 1x pro Tag
Wiederholungen pro Einheit:
So oft es sich anbietet bzw. solange sich der Hund konzentrieren kann
Trainingsplan:
TagÜbung
1 – 10Übe den Rückruf so oft es sich anbietet, Level 1
11 – 25Übe den Rückruf so oft es sich anbietet, Level 2
individuellÜbe den Rückruf so oft es sich anbietet, Level 3

Fortschritt im Basiskurs:

75 %